„Wir sind jetzt eine Milliardenbank“

Die Raiffeisenbank Straubing lud zur Vertreterversammlung

Ungewohnt und doch gewohnt, so kam es den Vertreterinnen und Vertretern der Raiffeisenbank Straubing am 24. Mai vor. Nach zwei Jahren mit digitaler Vertreterversammlung fand 2022 zum ersten mal wieder die Veranstaltung in Präsenzform im Rittersaal des Straubinger Herzogschlosses statt.

Nach zwei Jahren digitalem Format endlich wieder Präsenzveranstaltung

Für Aufsichtsratsvorsitzenden Franz Lehner war die diesjährige Vertreterversammlung auch eine persönliche Premiere, denn er konnte die Vertreter zum ersten Mal in seiner neuen Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender persönlich begrüßen. „Auch wenn uns die digitale Infrastruktur in den vergangenen zwei Jahren ermöglicht hat dennoch mit unseren Vertrete-rinnen und Vertretern in Kontakt zu treten – freut es mich wirklich sehr, dass wir uns endlich wieder persönlich sehen“, resümiert Franz Lehner bei seiner Eröffnungsrede. „Trotz aller Veränderungen in den letzten zwei Jahren, hat die Raiffeisenbank Straubing es geschafft, noch besser für ihre Kunden erreichbar zu sein. Mit der Transformation zur digitalen Regionalbank hat sie den richtigen Weg beschritten und sie wird auch die neuen Herausforderungen, die uns bevorstehen, meistern.“

Neue Höchstwerte bei der Raiffeisenbank Straubing

Trotz weiterhin widriger Umstände war es ein sehr erfolgreiches Jahr für die Raiffeisenbank Straubing. In allen Bereichen konnte das Unternehmen ein erneutes Wachstum verzeichnen. Die Bilanzsumme stieg um 5 % auf 1.019 Mio. Euro. „Mit dieser Bilanzsumme stehen wir bayernweit auf Platz 66 von 208 Banken und somit unter den ersten dreißig Prozent“, so Haas. Die Nachfrage im Bereich Kredit stieg vor allem im Bereich der Wohnbaufinanzierungen, wie in den Vorjahren weiter an. Der Zuwachs bei den Ausleihungen betrug 8,1 % auf 689 Mio. Euro. Beim Anlagegeschäft konnte ein Plus von 8,2 % auf 1.410 Mio. Euro verzeichnet werden. In Summe ist das Volumen in der Verbundbilanz in den letzten Jahren stark gestiegen“, zieht Rainer Haas mit Blick auf die Zahlen Bilanz, und weiter: „Damit haben wir auch in der Verbundbilanz eine Schwelle überschritten. Kundeneinlage- und Kundenkreditvolumen zusammen sind nun über zwei Milliarden Euro."

Auch wenn Vorstandsvorsitzender Rainer Haas bei der Vertreterversammlung bewusst nicht zu viel über Corona und die Ukraine-Krise reden wollte – ganz außen vor konnte er die Themen nicht lassen. "Wir haben die Corona-Krise gut gemeistert, und konnten durch viele Maßnahmen die Gesundheit der Mitarbeiter und Kunden schützen und deren Sicherheit gewährleisten – so konnten wir den Betrieb verantwortungsvoll aufrechterhalten, um unsere Kunden weiterhin bestmöglich betreuen“, so Rainer Haas – und weiter: „Nun stehen wir den nächsten Herausforderungen gegenüber: Ukraine-Krise, Stagflation, Inflation und damit einhergehend die steigenden Zinsen. Doch so wie sich auch während der Corona-Pandemie nicht nur Risiken, sondern auch Chancen ergaben, werden wir auch in dieser neuen Situation jede Chance nutzen."

Neue Filialstrategie trennt klar zwischen Beratung und Service

Vielerorts wird in der Presse berichtet, dass sich Bankenfilialen und Bargeldautomaten nicht mehr lohnen und das digitale Bezahlen sich immer mehr durchsetzt. Das zeigt auch der bundesweite Trend unter allen Banken. Laut Bankstellenbericht der Deutschen Bundesbank reduzierte sich im Verlauf der letzten 20 Jahre das Filialnetz auf nur noch knapp mehr als die Hälfte des damaligen Bestandes. Mit dem neuen Filialkonzept reagiert die Raiffeisenbank Straubing auf das veränderte Kundenverhalten. Mit den drei neuen Finanzzentren in Straubing, Ittling und Bogen bietet sie nun gebündelt ihre Beratungsleistungen, verzichtet dabei aber keinesfalls auf Vor-Ort-Service. „Wir richten uns noch stärker nach den Bedürfnissen der Kunden. Ganz gleich ob die Beratung vor Ort, per Web-Beratung oder telefonisch stattfindet, ob der Service per Videotelefonie durchgeführt wird, ob Banking per App oder Laptop gemacht wird - wir sind näher an unseren Kunden dran denn je“, erläuterte Vorstandsmitglied Stefan Hinsken. Auch der Live Service und ist nun in insgesamt sieben Filialen zu finden. In der „neuen Heimat“ – der Wittelsbacherhöhe – schreiten die Bauarbeiten wie geplant voran, 2024 soll nämlich dort die Belegschaft in modernen Räumen unter einem gemeinsamen Dach zusammenarbeiten.

Nachhaltigkeit spielt auch bei der Raiffeisenbank eine Rolle

„Auch die Raiffeisenbank Straubing beschäftigt sich schon länger mit dem Thema Nachhaltigkeit, so Rainer Haas, „um uns zukunftsfähig aufstellen zu können, werden wir uns mit diesem Thema in den nächsten Jahren noch weitaus intensiver auseinandersetzen.“ Einzelne Maßnahmen werden schon umgesetzt, wie etwa Photovoltaikanlagen auf Gebäuden, plas-tikfreie und papierlose Bürounterlagen oder auch der Raiffeisenwald in Kirchroth. Neu dazugekommen sind jetzt z.B. auch E-Ladesäulen. Die erste wurde im Finanzzentrum in Ittling in Betrieb genommen, eine weitere soll im Finanzzentrum Bogen in Kürze folgen und auf für die Wittelsbacherhöhe sind welche gelant. „Neu für unsere Mitglieder ist auch, dass wir künftig die Geschäftsanteile zu 100 Prozent in Nachhaltige Produkte investieren, die den ESG-Kriterien entsprechen.“, erläuterte Haas und gibt den Vertreterinnen und Vertretern Ausblick darauf, die geplante Nachhaltigkeitsstrategie in der Versammlung im nächsten Jahr vorstellen zu können.  

Fachkräfte sind gefragt

Der Wandel im Bankenumfeld zeigt sich nicht nur nach außen, sondern auch bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Raiffeisenbank Straubing. So wurden durch Investitionen in die digitale Infrastruktur flächendeckend Mobile Working für die Mitarbeiter eingeführt und auch fest in der Betriebsvereinbarung verankert. „Wir sehen uns als innovativer Arbeitgeber, und möchten unseren Mitarbeitern die Möglichkeit geben, zeitlich und örtlich flexibel arbeiten zu können.“, so Rainer Haas. „Fachkräfte sind nach wie vor im aktuellen Arbeitsmarktumfeld sehr gefragt und mit diesen attraktiven Benefits möchten wir natürlich auch weitere Fachkräfte hinzugewinnen, die unser derzeitiges Team noch erweitern sollen.“

Die Vorstellung von Georg Wagner für die anschließende Wiederwahl in den Aufsichtsrat wurde von Vorstandsmitglied Stefan Hinsken übernommen. Er teilte auch die Änderungen der Kredithöchstgrenzen, basierend auf dem Genossenschaftsgesetz mit. Im Wahlgang wurde Georg Wagner erneut im Amt bestätigt und den entsprechenden Änderungen der Kredithöchstgrenzen zugestimmt. Dem vorgestellten Jahresabschluss haben die Vertreter mit 100 % zugestimmt.

Kleine Überraschung für Vertreter

Für die Vertreter hatte sich die Raiffeisenbank noch eine besondere Überraschung überlegt: Als kleinen Dank für die Teilnahme erhielten die Gäste jeweils zwei kleine Flaschen, gefüllt mit Raps- und Hanföl vom Ammerhof aus Perkam. „Er ist als kleines Dankeschön für die Teilnahme an der Vertreterversammlung gedacht. Damit tun wir hoffentlich nicht nur den Vertretern etwas Gutes. Es ist uns auch ein Anliegen, die Unternehmen in der Region zu unterstützen. Vor allem in der jetzigen Situation, müssen und wollen wir der heimischen Wirtschaft so gut es geht unter die Arme greifen“, so Aufsichtsratsvorsitzender Franz Lehner.

v.l.n.r.: Vorstandsmitglied Stefan Hinsken, Oberbürgermeister Markus Pannermayr, Aufsichtratsvorsitzender Franz Lehner, Landrat Josef Laumer, die Aufsichtsratsmitlieder Gunda Krauser, Georg Wagner und Johannes Paukner sowie Vorstandsvorsitzender Rainer Haas